von Ernst Ott
Neptun trat am 3. Februar 2012 endgültig ins Fische-Zeichen ein und bewegt sich bis zum Jahr 2025 ununterbrochen in den Fischen.
Neptun kehrt in sein heimatliches Gewässer zurück, denn das Fische-Zeichen ist dem sensitiven Planeten Neptun nah verwandt. Es wäre schön, wenn wir diese Phase nutzen könnten um mehr Spiritualität und Liebe unter die Menschen zu bringen. Es ist Zeit, Mitmenschen, Tieren und Pflanzen mehr Empathie zu geben. Doch es geht auch um Selbst-Empathie, darum, sich selber umfassender zu akzeptieren. Dazu folgen hier ein paar Gedanken.
Als vor 160 Jahren Neptun zum letzten Mal in die Fische trat – er war damals gerade als „neuer Planet“ entdeckt worden – standen in Europa die Volksmassen auf und kämpften für Demokratie. Bei uns dauerte es nach der 1848-Revolution zwar noch siebzig Jahre, bis Deutschland endlich eine Republik wurde, aber die Vision einer menschlichen Herrschaft aller Menschen ist seither nicht mehr aus den Herzen zu vertreiben. Die Vision einer Befreiung der Menschheit aus ihren Ketten führte zur Revolution, zur Idee des Kommunismus, zur Befreiung der Kolonien in der dritten Welt.
Nun könnten wir natürlich darüber nachdenken, wo wie heute mehr Demokratie brauchen. Da würde bestimmt jedem etwas einfallen. Ich schreibe heute jedoch über die wünschenswerte Demokratie im Innern jedes Individuums. Ja, auch ein einzelner Mensch hat ein „Volk“ in sich, er regiert eine Gemeinschaft von zehn Gestalten. Der Befreiung der Mehrheit aus ihren Ketten entspricht innerpsychisch die Befreiung aller zehn Planeten-Talente.
Es gibt nämlich immer noch Menschen, die beispielsweise ihren Saturn an Ketten legen, weil sie ihn irrtümlich für einen kinderfressenden Bösewicht halten. Es gibt Leute, die ihre Venus niemals an der Regierung beteiligen würden, weil sie sie für eine fresssüchtige Schuldenmacherin halten. Andere haben ihren Mars unter Hausarrest gestellt, weil er vielleicht einmal vor Jahren aggressiv war und zuviel Geschirr zerdeppert hat.
Ich frage Sie: Sollten wir nicht jedem Bürger zugestehen, dass er sich bessert
und auf den Boden der Verfassung zurückkehrt? Wer Planeten-Energien in Schutzhaft nimmt, sollte zwei soziologische und psychologische Wahrheiten nicht vergessen: Erstens, dass weggesperrtes Leben im Verlauf der Zeit aggressiver und gefährlicher wird, und zweitens, dass einer Gemeinschaft ihre nicht integrierten Bürger schmerzlich fehlen. Die Gemeinschaft der übrig gebliebenen Braven ist nämlich farblos und einseitig.
Saturns reife Erfahrung könnte als Expertenwissen Gold wert sein. Die Regierungsbeteiligung der Genießerin Venus könnte unsere inneren Kabinettssitzungen erotisieren, unsere Entscheidungsfindungen bereichern. Mars aus dem Kerker zu holen, das bedeutet, mehr Sex, Lust und Motivation ins Leben bringen.
Brauchen wir denn eine Elite-Regierung aus nur zwei bis drei absolut vernünftigen und anständigen Planeten? Würde eine Regierungsbeteiligung aller Planeten wirklich in Chaos und Anarchie enden? - Es käme auf einen Versuch an.
Die Karte Auferstehung aus dem Tarot. Hier sehen wir Kellerkinder, die endlich befreit wurden. Wir sehen eine freudige Wiederkehr des Verdrängten.
Nichts wird mehr unter die Erde gedrückt, keine Talente mehr stillgelegt und eingesargt. Alle dürfen ans Licht. Jeder von uns könnte über zehn Planeten verfügen, das heißt über zehn vollwertige Talente. Kostenlos könnten wir jederzeit zehn wohlwollende Fachkräfte einsetzen, eine Art innerer Artus-Tafelrunde:
Innerpsychische Demokratisierung!
Laden Sie die alle Planetenbürger in Ihrem Horoskop zu lebendiger Demokratie ein!